Dienstag, 6. Juni 2017
Ersticktes Schluchzen
Es sind Tage wie dieser, an denen gar nichts mehr geht.
Wie gelähmt dasitzen, das ist eine Möglichkeit, es zu beschreiben; den Atem anhalten, um nicht zu ersticken, eine andere.
Warum es dazu kommt, weiß ich bis heute nicht. Es ist anders als die mittlerweile für mich erklärbare Panik, die immer irgendeinen Grund hat. Aber das hier, das ist universaler. Irgendwie steckt es in jedem Atom.
Mein Blick trifft dann irgendwas, und ich schluchze auf. Es ist ein ersticktes Schluchzen, das kann gar nicht richtig raus; kaum ist das Geräusch da, ist es schon wieder weg. Und auch das Gefühl, das mitschwingt, wird irgendwie sofort wieder unterdrückt.
Von einem inneren Schutzmechanismus oder einem versteckten Diktator? Ich weiß es nicht.

Mein Atem geht dann nicht tief genug. Ich fühle mich dick und aufgeblasen. Die Sicht ist schlierig und unscharf, selbst mit frischgeputzter Brille, als würde ich nicht richtig wach werden.

Dann wünsche ich mir, der Abend würde ewig dauern und ungestört bleiben, bis ich dann vor Müdigkeit einschlafe. Und die auf diesen Abend folgende Nacht soll bitte doppelt ewig dauern, damit ich ausgeschlafen am nächsten Morgen aufwache. Nachdem ich alle Dämonen weggeratzt habe. Erst Abends in meiner Schreibphase, dann im Schlaf.

Ich kreuz mal die Finger, damit das klappt. Und mach's Fenster auf, fürs bessere Durchatmen.

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Freitag, 26. Mai 2017
Ein Sack voll Stress geht in die Luft
Wenn ich früher etwas verloren/nicht gefunden/versehentlich gelöscht habe, dann bin ich immer ausgerastet.
Das absolute Maximum an Stress habe ich dann empfunden. Herzrasen, konnte an nichts anderes denken, habe gesucht wie bekloppt - natürlich immer wieder an denselben Stellen, an denen ich schon viermal zuvor nachgeschaut habe - und bei einem Datenverlust, da bin ich total ausgetickt. Datenrettung, fieberhafte Suche nach alten Backups, um wenigstens auf einen alten Stand zu kommen, wenn ich nichts aktuelles finde, etc. Stunden voller schrecklicher Gefühle, in denen alles andere liegenblieb.

Deswegen stehe ich ja so auf die tägliche Checkliste von Unfuck Your Habitat: "Put your keys somewhere obvious."
Die Tage, an denen ich das schaffe und morgens gleich meine Schlüssel zur Hand habe, wenn ich das Haus verlassen muss, feiere ich mittlerweile echt hart.

Nun ja, aber jetzt ist folgendes passiert: Ich habe gestern versehentlich einen kompletten Foto-Ordner von meinem Smartphone gelöscht. Und zwar mit den Fotos, die ich von meinen Bildern gesammelt habe, vorzugsweise Wacksbilder, die ich in diesem Blog posten will. Und da sind auch Detail- und Komplettfotos von diesem einen Bild beigewesen, das ich nach dem glücklichen Abschluss meiner 45 verschenkt habe! Das demnach nicht mehr in meiner Reichweite ist.
Diese Fotos sind also für immer für mich verloren. Alle anderen kann ich tatsächlich erneut aufnehmen, dieses eine nicht. Und ich wollte es sogar eigentlich, weil es für mich eine so große Bedeutung hat, als Banner in die Kopfzeile dieses Blogs pinnen, sobald ich herausgefunden habe, wie das am besten geht.

Geht jetzt halt nicht mehr.
Panikdauer: ca. 3,5 Minuten.
Danach dachte ich mir: So what. Dann eben nicht.

Tausche alte Säcke voller Stress gegen Luftballons voller Gelassenheit. Supergutes Geschäft.

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Montag, 22. Mai 2017
Arschgeigen
Das ist ein tolles Wort, oder? Ich hab mir das als Kind immer bildlich vorgestellt, nachdem mein großer Cousin dieses Wort in meinen passiven Wortschatz eingepflegt hatte. Aktiv benutze ich es nur selten, denn normalerweise begegne ich in meinem Leben eher Ärschen oder Arschlöchern oder ganz was anderem. Pussys oder Bitches oder weiteren Persönlichkeiten.

Denn Arschgeigen, von denen halte ich mich naturgegeben eigentlich fern. Ich kann ihnen in der Regel nicht ein Fünkchen Positives abgewinnen, im Gegensatz zu den anderen soeben Erwähnten. Arschgeigen sind nämlich Typen, die sich wie mit Unendlich+1 potenzierte Ärsche verhalten und sich selbst dabei so phänomenal kosmisch geil finden, dass sie so dermaßen laut auf ihrer Geige kratzen, dass es sogar gegen eine voll aufgedrehte ich-weiß-nicht-wieviel-Watt-Anlage noch zu hören ist. Die fahren dann auch meistens kein Auto, sondern einen Penis.

Es tut gut, so etwas niederzuschreiben. Das macht es fast zu poetischer Prosa.

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Freitag, 19. Mai 2017
Yeah!
Gestern Abend ist etwas passiert, dass ich gedacht habe, ich werd' nicht mehr.

Meine Mutter(!) erzählt mir doch tatsächlich mit begeisterter Aufregung: Mein Vater hätte ihr gleich drei CDs von den Toten Hosen besorgt. Die hätte sie gleich mal beim Bügeln angefangen zu hören und ganz beschwingt dazu die Falten geglättet, das wäre voll gut gegangen.

Ich bin innerlich über alle Sommerwiesen der Welt getobt. So genial - meine Mutter hört die Hosen! Und das, nachdem ich als Teenager "solche Musik" immer nur heimlich mit Kopfhörern zu Hause gehört hab, damit kein möglicherweise unerwünschtes Textfragment an die falschen Ohren weht.

Echt Wahnsinn. Jetzt glaube ich wieder, dass einfach ALLES möglich ist auf der Welt!

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Donnerstag, 18. Mai 2017
Emojionen
Ich muss mich outen: Ich hasse Emojis.

Damit will ich die kleinen Knuddelviecher weder fertigmachen, noch behaupten dass ich sie nicht inflationär benutze; früher bei ICQ war ich ein Smiley-Meister und führe heutzutage mit der neuen Vielfalt von WhatsApp ganze Konversationen ausschließlich mit ihnen. Mit dem Knutschabdruck, dem Daumen-hoch und dem Eichhörnchen. Mit und ohne Nuss, je nach Bedarf.
Nur ist dieses Ge-WhatsApp-e ja eine meist irrsinnig schnelle Kommunikation, zumindest bei mir. Oft zwischen Tür und Angel und mal-eben-schnell und so, und das auch noch mit meiner enormen Wortverliebtheit. So fix kann ich mit meinen kurzen Fingern gar nicht tippsen, und swypen geht mit meinem neuen Fon auch nicht mehr so gut wie mit meiner geliebten alten Galaxy-Ace-2-Krücke, Ruhe in Pfrieden, Honey. Emojis sind beim WhatsAppen und SMSen einfach irre praktisch.

Gut, ich muss meine Aussage vom Anfang revidieren: Ich hasse Emojis nicht, denn sie sind eine extreme Erleichterung meiner eigenen Chatsprache und mörderpraktisch. Außerdem so putzig! Ich liebe das Einhorn! Und den blauen Schmetterling!

Aber so süß und praktisch Emojis auch sind, sie sind leider die natürlichen Feinde meiner eigentlichen Lieblinge. Gemeinsam mit den Emojis bedrohen außerdem Zeitnot und Faulheit ihren natürlichen Lebensraum, sie engen sie ein und ersticken sie. Das ist so traurig!

Eines meiner liebsten Zitate lautet:
Heute habe ich keine Zeit, deswegen schreibe ich Dir einen langen Brief.

Ich weiß leider grad gar nicht mehr, woher diese unglaubliche Wahrheit überhaupt stammt, doch ich habe sie ziemlich oft im Sinn, wenn ich schreibe. Kurze und präzise Texte erfordern eben viel Arbeit, und gerade mir fallen sie in der Regel extrem schwer. Wortverliebtheit und so, und dieses schlimme, chronische Adverbienleiden, das ich einfach nicht loswerde. Am liebsten mache ich einfach viel zu viele Worte. Und wiederhole alles nochmal unnötig. Ganz viel in meinen Texten sind Wiederholungen und unnötig.
Naja, und wenn es beim Chatten eben schnell gehen muss, dann Himmeldingsundbums, dann benutze auch ich eben Emojis, um die Aussage zu unterstreichen.

Doch um jetzt mal endlich zum Knackpunkt zu gelangen: Am liebsten habe ich so viel Zeit, dass meine Texte auch ganz nackig zu verstehen sind. Ohne Emojis, Emotionskommentare *rotwerd* und auch ohne Fettdruck, Kapitälchen und Kursivsatz nach Möglichkeit. Zumindest nicht mit übermäßig viel davon. Bitte keine Adverbien zählen.

Ich liebe einfach Wörter.
Worte auch, aber tatsächlich erst einmal Wörter.
Ich will sie in Szene setzen. In ein schönes Umfeld packen, in dem sie richtig zur Geltung kommen, die Beleuchtung perfekt ausrichten. Den richtigen Glitzer drüberstreuen, so dass sie einfach in all ihrer Schönheit strahlen können.

Für mich waren als Kind immer Wörter die Emotionsträger. Also quasi die Emojis meiner Kindheit, denn damals gab's ja höchstens 'nen Lach- und 'nen Traurig-Smiley. Ziemlich schwarzweiß, sich nur damit auszudrücken, versucht das mal bei WhatsApp. Aber Wörter, die transportieren so viel! Unterschiedliche Klänge, wenn man sie laut ausspricht, spannende und schöne Farben durch die verschieden Buchstabenkombinationen, und dann so viele Emotionen. Schon allein, ob da ein "sagte sie" oder ein "meinte sie" im Buch stand, ein "fragte sie" oder ein "wollte sie wissen". Ich fand Bücherlesen immer total geil, wegen der Emotionen und Farben, die mich beim Lesen umwehten. Die Wortwahl des Autors bzw. des Übersetzers zog mich immer in ein Meer voller Subtexte. Voll verborgener Geschichten, die sich in meiner Gedankenwelt entfalteten und mir Aspekte und Handlungsstränge offenbarten, die nirgendwo ausformuliert waren. Da ist es kein Wunder, dass ich mich manchmal den ganzen Tag aufs Schlafengehen freute, weil ich in der Zeit vor dem Einschlafen meine Gedanken noch einmal auf Reisen schicken konnte. Und da habe ich auch angefangen, selbst zu schreiben, erst im Kopf, bis ich es dann irgendwann auch auf Papier brachte, analog wie auch digital.

Wörter. Meine kleinen, bunten Lieblingsemojis.

Es ist ja faszinierend, wie sehr das bei richtig guten Schriftstellern funktioniert: Ihre Texte sind so geschliffen und genial, dass sie von jedem Leser so verstanden werden, wie sie gemeint wurden. Klar, es gibt immer wieder Interpretationsspielräume, aber ich habe ein ganz tolles Beispiel: Terry Pratchett und seine Scheibenwelt.
Der Mann hat ein großartiges und extrem komplexes Universum geschaffen, und das mit seinem verwirrenden aber doch so unglaublich präzisem Stil. Alle Illustrationen, die ich bisher zur Scheibenwelt gesehen habe, fangen genau das ein, was die Worte mir beim Lesen vermittelt haben. Völlig unterschiedliche Zeichner haben Bilder erschaffen, die ich als Leser sofort erkenne, ohne Probleme! Terry Pratchett war so genial, und wenn seine Texte eines sind, dann frei von überflüssigem Müll. Einfach nur pure Genialität.

Im Entmüllen von Texten bin ich im Laufe der Jahre auch immer besser geworden, habe ich übrigens festgestellt. Ist ja mein Entmüllungsblog hier, da darf ich ja nicht off-topic schreiben. Es ist immer wieder ein Spaß, durch alte Texte durchzupfeifen und sie schlanker, präziser und schärfer zu machen. Etwa vierzig Prozent aller Adverbien rauszuwerfen und überprüfen, ob ich meinen eigenen Regelkodex eigentlich befolgt habe. Hier ist er, basierend auf dem, was mir meine liebste Deutschlehrerin einst beigebracht hat:
- Keine unvollendeten Halbformulierungen. Beende einen Satz mit einem Punkt und nicht mit dreien.
- Klammern Setzen nur bei Zitaten oder anderen Stellen, wo sie hingehören: keine Klammern um ganze Sätze. Entweder gehört ein Satz in einen Text oder nicht, und dann kann er auch ganz ausgelassen werden.
- Verzichte auf "meiner Meinung nach" oder "ich meine" oder "ich glaube" oder ähnliches. Du hast diesen verdammten Text geschrieben, oder? Ist doch klar, dass das deine Meinung ist!

Ich liebe diese Regeln. Ich halte mich nicht immer dran. Aber ich versuche es, genauso, wie ich versuche, mir viel Zeit zu nehmen, um am Ende einen kurzen Text verfasst zu haben, der in meiner Prä-Einschlaf-Phantasie dann von hundert Illustratoren nahezu identisch illustriert wird.

FCK... Der hier ist aber ganz schön lang geworden, oder? (Meiner Meinung nach zumindest.)
Tja. Offensichtlich ziemlich emojional für mich, dieses Thema.

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Dienstag, 16. Mai 2017
Einfach mehr vom Leben?
Und wo ich mich gerade am aufregen bin, wollte ich beginnen, und dann wieder so 'nen Sermon vom Stapel lassen, der uralten Dreck vom Deck spült.
Doch da ist die Aufregung schon weg. Bleierne Müdigkeit tritt an ihren Platz, und ich will mich nicht wieder aufregen.

Yeah, das wollte ich immer schon mal schaffen! Da muss ich mir glatt doch mal wieder selbst gratulieren: Ich empfinde doch tatsächlich gerade absolut nichts über eine relativ frische zwischenmenschliche Verletzung. Ich hab einfach nur die Schnauze voll und will meine Ruhe. Soll mir das doch den Garten wässern, mich tangiert es nicht.

Die Verletzung ist nicht tief, zeigt mir das. Das Fell ist wieder dicker geworden, es ist nur eine oberflächliche Schramme zurückgeblieben, die schon wieder zugeheilt ist. Ich habe es tatsächlich geschafft!

Eine Zeit lang bin ich nämlich bei jedem kleinen Katscher schon fast verblutet. Über Jahre hinweg waren das die Gründe, mit meine Schutzwälle aufzuschichten, Dinge zu sammeln, mich nicht trennen zu können, Speckschichten anzufuttern. All diese Sachen wieder loszuwerden ist schwierig, und mein Entmüllungsprozess dauert schon etwas länger an. Dieser Blog ist nur die neueste Methode, ein wichtiger Schritt, mich in kleinen, überschaubaren Texten weiterzutasten, die nach dem veröffentlichenden Klick nicht mehr zurückzunehmen sind. Doch viele Kleinigkeiten zeigen mir tatsächlich im Moment, dass ich schon ziemlich gut geworden bin. Ich merke auch gerade, ich schrieb das bereits. Oder so ähnlich.

Ich muss mir von niemandem etwas aufschwatzen lassen, irgendeine Unabhängigkeit, die ich nicht will. Ich habe genug vom Leben, dieses Mehr brauche ich nicht!

Ha. Da war sie, die kleine Narbe. Fest verheilt, aber ich kann trotzdem noch deswegen austeilen und es dem Verursacher heimzahlen, indem ich über ihn blogge. Ätsch! Und ganz cool, so lässig aus der Hüfte geschossen, ohne riesige Aufregung. Kein einziges fettgedrucktes Wort war dafür nötig.

Andere Themen sind natürlich noch nicht so leicht zu bearbeiten. Mit Menschen, die näher an mir dran waren oder sind, und durch die es zu tieferen Verletzungen kam. Aber auch das kann heilen, geklärt werden oder nicht, was auch immer nötig ist. Ich sehe dem mit Zuversicht entgegen. Ich habe schon so viel geschafft, ich kann alles schaffen, alles überleben.

Geh leben, mein Engel. Jawohl, mach ich!
Also, Aufregen muss nicht immer gleich die beste Lösung sein. Manchmal ist es sinnvoller, einen Kinderpopo sauber zu machen und die Windel gleich raus in die Tonne zu bringen. Hat die Welt mehr von. Das Kind und auch die Umgebung.

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Samstag, 13. Mai 2017
Einfach mal machen
"Ihr Deutschen steht euch ja immer im Weg, anstatt einfach mal zu machen und so, immer nur daran denken, was alles nicht klappen kann, blablabla..."
Ich zitiere hier frei und absolut unrassistisch einen gebürtigen Nicht-Deutschen, von dem ich in meinem kleinen, bescheidenen Leben tatsächlich eine Menge gelernt habe - doch nicht immer das, was er mir Tolles beibringen wollte, im Gegenteil. Fast ausschließlich nur an Negativbeispielen, die sich erst hinterher und mit genügend Abstand als lehrreich herausstellten. Im ersten Moment taten sie leider immer nur tierisch weh. In meinem Schildkrötentempo, in dem ich meine Lebenserfahrungen manchmal mache, hab ich mir einige Male auf diese Weise sehr, sehr weh getan.

Vertiefen wir das mal ganz bewusst nicht an dieser Stelle.

Ich sagte gerade zu meinen liebsten Kolleginnen, als ich mich ganz tierisch über eines dieser Projekte von besagtem Typen aufregen musste, über die ich im Moment leider immer wieder stolpere: "Ich gebe zu, ich bin ein bisschen neidisch." Aber sobald ich das zugebe, verschwindet der Neid wieder. Dann bleibt nur noch Erleichterung. Das ich in diesem FCK Projekt nicht mit drin stecke.

Worüber ich gerade rede?
Über Müll. Ganz großen FCK Müll, den keiner braucht. Oder sagen wir lieber: Den ich nicht brauche. Weil er nicht gut ist, weil er nicht durchdacht und authentisch ist, weil er einfach mal gemacht ist.

Eines möchte ich ganz, ganz klarstellen: Ich finde es gut, Sachen einfach mal zu machen! So Zeug rausschmeißen, Küche oder Bad alle drei Monate mal putzen, schreiend durch den Wald rennen und arme kleine Schildkröten erschrecken und so. Aber wenn ich etwas wirklich Professionelles erschaffen will, mich als Künstler wirklich von den Wünstlern abheben will, dann muss ich mich auf meinen Arsch setzen und büffeln, büffeln, büffeln, planen, verwerfen, planen, verwerfen, planen, üben, üben, und nochmals üben, bis irgendwann das Ergebnis steht, von dem ich drei Wochen später immer noch sage: "Ja, das ist es!"

Oje, so viel Fettgedrucktes. So viel Wut, Frust, Neid und Schildkrötenfürze.

Wut, weil ich mir tatsächlich immer etwas selbst im Weg stehe. Da hat mein spezieller Freund tatsächlich recht. Allerdings hat er keine Ahnung, was das für ein Weg ist - er ist nicht in der Lage, den überhaupt wahrzunehmen, doch das nur am Rande.
Frust, weil meine Wut gerade dafür reicht, einen Blogeintrag zu schreiben. Dann ist sie verbraucht, und ich kann mit ihrer Hilfe leider kein wahnsinnig kreatives Produkt erschaffen, sondern gehe gleich ins Bett, falle für neun Stunden ins Koma und bin morgen früh doch wieder unausgeschlafen. Mit Milliarden von unvollendeten Gedanken in meinem gewundenen Denkorgan, die in den Windungen für Verstopfungen sorgen.
Neid, weil ich eben trotzdem am liebsten einfach an der Hand genommen, auf die Bühne gestellt und mit Glitzer beworfen werden würde. Von irgend jemandem, der Verantwortung und Energie und Glauben an mich aufbringt und mich anfeuert.

Hätte dem Typen doch in den Arsch kriechen sollen, dann hätte er sein Projekt vielleicht mit mir gemacht und nicht mit wem anders.
Aber dann würde ich mich heute so anhören wie die sprichwörtliche Schildkröte in einem Pita-Brot. Und das will ich nicht. Wer will das schon!
Neeee... lieber weiter ausmisten. Den richtigen Weg mit der Machete freilegen. Die Schildkröte auf Kurs ins Licht setzen.

Einfach mal machen!
Auf meine Weise.

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